Oberflächenbehandlung von Kunststofformteilen 9

Lackieren im Werkzeug

Die Herstellung und Veredelung von Bauteilen in einem Produktionsschritt ist grundsätzlich aus vielerlei Hinsicht erstrebenswert.Integrierte
Beschichtungsprozesse bieten u. a. Vorteile bezüglich geringerer Bauteillogistik und einer reduzierten Kontamination der Oberflächen, was sich bei nachgeschalteten Veredelungsverfahren oft als Problem darstellt. Eine Beschichtung durch Fluten im Werkzeug bietet brillantere Oberflächen mit Tiefeneffekten als es mit klassischen Lackierverfahren möglich ist. Es entsteht kein Overspray, und die erreichbaren Schichtdicken kaschieren Oberflächendefekte des Kunststoffteils. Aktuellen Trends folgend stehen Produkte mit Oberflächendesigns in Piano-black-Optik vermehrt im Fokus des Designs, was durch das Fluten im Werkzeug sehr gut realisiert werden kann und eine besondere Hochwertigkeit widerspiegelt. Die Eigenschaften der dafür verwendeten Systeme (z. B. PUR) lassen sich auf vielfältige Weise einstellen. So können weiche bis harte Oberflächen mit kratz- oder chemikalienbeständigen Funktionen oder mit Selbstheilungseffekten ausgestattet werden und zwar in Kombination mit unterschiedlichsten Materialien (Folien, Holz etc.). In dem Projekt soll vergleichend dargestellt werden, welche diffizilen Unterschiede sich hinter den am Markt beworbenen Begrifflichkeiten wie etwa Skinning, Coating, Clearmelt oder Clearrim verbergen. Die Anwendungsmöglichkeiten mit Vor- und Nachteilen sollen dabei erarbeitet werden. Spezielle Aspekte hinsichtlich Werkzeugtechnik (wie z. B. die Abdichtung bei Durchbrüchen oder die Verwendung von strukturierten Werkzeugoberflächen) sollen evaluiert und in praktischen Versuchen umgesetzt und untersucht werden. Für die Durchführung wird die benötigte Anlagen- und Werkzeugtechnik im hauseigenen Technikum installiert. So soll unter anderem geprüft werden in welchem Maß mit dieser Technologie Anti-Glare-Effekte erzielt werden können. Zudem wird die Verfahrenskombination mit dem Hinterspritzen, beispielsweise digitalbedruckter Folien, in die Versuche einfließen. Prüfungen hinsichtlich Kratz-, Abrieb-, Medienbeständigkeit und Bewitterungstests sollen Aufschluss zur Performance der Beschichtungen geben.

Digitaldruck
In zunehmendem Maß steigt der Bedarf zur individuellen Produktgestaltung. Durch seine extreme Flexibilität hinsichtlich schneller Dekorwechsel gewinnt der Digitaldruck dabei an Bedeutung. Im Vorgängerprojekt wurden zum Digitaldruck bereits umfangreiche Untersuchungen durchgeführt und eine Übersicht der am Markt angebotenen Systeme erstellt. Weil die Entwicklungen in diesem Bereich sehr schnell voranschreiten, soll im neuen Projekt die Technologie weiter verfolgt und zukunftsweisende Prozessfortschritte präsentiert werden. Überdies sollen Folien, die mittels Digitaldruck individualisiert wurden, auf ihre Anwendung innerhalb des Flutens im Werkzeug überprüft werden.

Lacke als optische Chromalternative
Oberflächen mit metallisch glänzendem Design stellen sich als sehr hochwertig dar. Gegenüber den in der Regel sehr kostenintensiven und aufwendigen Verfahren zur Erzeugung von Chromeffekten auf Kunststoffformteilen, wie dem Galvanisieren, PVD-Beschichten oder Heißprägen, kann sich das Lackieren als vorteilhaft darstellen. Im Projekt soll recherchiert werden, welche Chromeffektlacke und Applikationsverfahren gegenwärtig am Markt erhältlich sind und in welchem Maße der Hochglanzeffekt erzielt wird. Potenzielle Lacke sollen in praktischen Versuchen auf ihre serientaugliche Applikationsfähigkeit getestet und die Eigenschaften der Systeme hinsichtlich Optik und Haftung geprüft werden.transparenten Kunststoff zur Stabilisierung.

Projektlaufzeit: 05/2014 bis 04/2016

Quelle: Hennecke GmbH

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Dominik Malecha
+49 2351 1064-132

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